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Niemand vertritt ein Unternehmen besser als die Mitarbeiter:innen. In ihren Botschaften steckt enormes Potenzial – wenn man die Strategie richtig angeht. Im Interview mit Corporate-Influencer-Experte Klaus Eck erfahren Sie warum heutzutage relevante und wirksame Inhalte für jedes Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen in den sozialen Medien wichtig sind und erhalten hilfreiche Tipps für die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen.

Stellen Sie sich vor, Ihre Mitarbeiter:innen berichten auf Social Media regelmäßig positiv über das Unternehmen. Diese Vorstellung ist zu schön, um wahr zu sein? Im Gegenteil: Dieses erfreuliche Szenario kann anhand von Corporate Influencer:innen durchaus zur Realität werden. Doch was sind eigentlich Corporate Influencer:innen, Markenbotschafter:innen, Brand Ambassadors, Corporate Evangelist:innen, Unternehmensbotschafter:innens, Voices, Held:innen, Jobbotschafter:innen, Business Influencer:innen, Sinnfluencer:innen, Social Seller:innen, Testimonials, Themenbotschafter:innen oder Brand Advocates? In Unternehmen werden Corporate Influencer:innen unterschiedlich bezeichnet, wobei eine Abgrenzung nicht immer einfach ist. Durch die Digitalisierung und andere gesellschaftliche Entwicklungen verändern sich Unternehmensstrukturen radikal. Neue Kommunikationswege werden dadurch unabdingbar. Seit über 25 Jahren begleitet Klaus Eck Marken bei der Digitalisierung ihrer Unternehmens-, Marketing- und Kommunikationsprozesse. Als Gründer einiger Agenturen, Social-Media-Pionier, Keynote Speaker sowie Content-Marketing-Profi, weiß er ganz genau wie Unternehmenskommunikation funktioniert. Im Interview teilt er seine Erfahrungen in diesem Bereich und geht auf die wichtige Frage in jeder Content sowie Social Media Strategie ein: Welche Rolle haben die Mitarbeiter:innen in der Unternehmenskommunikation nach innen und außen?

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Wie würden Sie das Konzept von Corporate Influencer:innen in einfacher Sprache erklären?

Klaus Eck: Vorstände, Geschäftsführer:innen, Marketers, Social-Media-Verantwortliche, Service- und Vertriebsmitarbeiter:innen, Personalverantwortliche oder Kommunikator:innen prägen das öffentliche Bild eines Unternehmens. Sie sorgen häufig für den ersten Eindruck, den ein Unternehmen vermittelt. In gewisser Weise sind Corporate Influencer:innen sogar Augen, Ohren und Stimme einer Organisation. Sie sind Mitarbeiter:innen, die bewusst von Unternehmen ausgewählt wurden und in der Mitarbeiter:innenkommunikation nach außen sowie nach innen vom Unternehmen sehr stark unterstützt werden. Als Repräsentant:innen haben sie im Idealfall einen guten Zugang zum Unternehmenswissen und können somit auf Kund:innenbedürfnisse sehr gut eingehen und auf diese Weise Kundenbindung vertiefen.

Welche Plattformen eignen sich besonders gut für Corporate Influencer:innen?

Klaus Eck: Es gab lange Zeit tatsächlich keine richtigen Plattformen dafür. Seit circa fünf Jahren hat sich LinkedIn als stabile Plattform entwickelt, die beruflich nutzbar ist. LinkedIn, aber auch alle anderen sozialen Medien vermischen mündliche und schriftliche Kommunikation. Letztendlich müssen die Tätigkeiten von Mitarbeiter:innen im Unternehmen in eine fachliche und persönliche Kommunikation übersetzt werden, um erfolgreicher die eigenen Botschaften nach innen sowie nach außen zu übermitteln. Menschen vertrauen Menschen, die ihnen nahe sind, die sie verstehen und denen sie eine gewisse Kompetenz zugestehen. Auf Postings „echter“ Menschen, die fachlich kommunizieren und dabei persönlich wirken, reagieren viele sehr positiv.

Wie wird man Corporate Influencer:in?

Klaus Eck: Das Unternehmen wählt bewusst Corporate Influencer:innen aus. Nicht jede:r Mitarbeitende eignet sich für diese Rolle und will in der digitalen Öffentlichkeit stehen. Das sollten Unternehmen akzeptieren und auf das Prinzip Freiwilligkeit setzen. Bei der Auswahl sollten Unternehmen darauf achten, dass es eine gewisse Affinität zum Thema Social Media gibt. Daraus sollte ein Unternehmen nicht falsche Schlüsse ziehen und nur junge Mitarbeiter:innen dafür wählen. Viel wichtiger ist die Branchenerfahrung, die sie als glaubwürdige Ansprechpartner: innen positioniert.

Welche Methoden gibt es, um an spannenden Content und wirkungsvolle Postings zu gelangen?

Klaus Eck: Ich frage jeden Interessierten, egal welchen Alters: „Welche drei Hashtags, beschreiben deine Aufgaben am besten?“. Dabei geht es darum, die drei wichtigsten Themen herauszukristallisieren, für die die Person brennt. Themenschwerpunkte erschließen sich dadurch sehr schnell. Meistens besteht die Schwierigkeit eher darin, sich auf drei Hashtags zu begrenzen. Diese drei Begriffe bezeichne ich als die digitale Identität. Anhand dieser Begriffe sollte sich jede:r überlegen, wie er oder sie auf andere wirkt beziehungsweise wirken möchte. Hierbei sollte immer berücksichtigt werden: „Wie kommen meine Botschaften an?“. Jeder kann für sich Schritt für Schritt eine kleine Content Strategie anlegen und somit auch bewusster kommunizieren. Dadurch wird ein Rahmen geschaffen und ein gezielter Fokus definiert.

Welche Ziele haben die meisten bei einer Corporate Influencer:innen Strategie?

Klaus Eck: Unternehmen verfolgen über ihre Corporate Influencer:innen unterschiedliche Ziele. Meistens ist der erste Wunsch dabei, dass Mitarbeiter:innen viel mehr über das eigene Unternehmen posten und veröffentlichen. Dabei geht es vor allem darum, die Sichtbarkeit für die wichtigen Themen im Unternehmen zu erhöhen und von der Expertise und Persönlichkeit ihrer Mitarbeiter:innen zu profitieren. Aktuell entscheiden sich Unternehmen für ein Corporate Influencer:innen Programm meistens aus drei Gründen:

  1. Um das Recruiting zu unterstützen und Mitarbeiter:innen zu finden.
  2. Um die Reputation zu verbessern und die Unternehmensbekanntheit zu steigern.
  3. Um mit gutem Storytelling und Content Creation die Kundenbindung zu stärken.
Warum sollten Unternehmen Ihrer Meinung nach auf Corporate Influencer:innen setzen? Was sind dabei die größten Vorteile?

Klaus Eck: Ein Corporate Influencer:innen Programm kann die digitale Transformation vorantreiben und die Kultur des Unternehmen verbessern. Viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Corporate Influencer:innen in dieser Hinsicht leisten. Gute Corporate Influencer:innen Programme leben davon, dass sie die interne und externe Kommunikation stärken. Wichtig ist hier zu betonten, dass es um Personal Branding und nicht um Selbstdarstellung geht. Da diese Frage häufig gestellt wird, habe ich bereits eine Podcastfolge dazu aufgezeichnet.

Welche Schritte müssen vorab aus organisatorischer Sicht berücksichtig werden?

Klaus Eck: Organisatorisch sind vor allem zeitliche Ressourcen sehr wichtig. Jeder muss sich dessen bewusst sein, dass eine Strategie und ein Programm aufgestellt werden muss, um die Mitarbeiter:innen gut miteinzubinden. Im Vergleich zum generischen Begriff „Corporate Influencer“ werden Bezeichnungen sehr unterschiedlich genutzt. Das Spektrum reicht von Markenbotschafter:innen bis hin zu Held:innen und muss vom Unternehmen und dem dafür zuständigen Team definiert werden. In den frühen Phasen einer Community hängt sehr viel von den einzelnen Personen ab, die wichtigen Einfluss darauf haben, ob die Community gedeiht oder die Aktivitäten bereits nach einem kurzen Feuer wieder einschlafen. Interne Schulungen sowie regelmäßige Treffen sind hierbei sehr wichtig. Es muss eine Community gebildet werden, die auch Erfolge feiert und Ansprechpersonen zur Verfügung hat, mit denen sie sich austauschen kann. Ein Kernteam kümmert sich dabei in der Regel fünf bis zehn Stunden pro Woche, um den administrativen Teil, das Community Building sowie die interne und externe Kommunikation dieses Programmes.

Wie sollte beim Start eines Corporate Influencer-Programms die Devise lauten?

Klaus Eck: Ich sage gerne allen Beteiligten: „Vertraut einander!“. Ihr wollte gemeinsam eine bessere Welt schaffen und eure Ziele erreichen. Das schafft ihr am besten miteinander und nicht gegeneinander. Eine wertschätzende Kommunikation ist essenziell.

Buchtipp

„Die neue Macht der Corporate Influencer: Wie Mitarbeiter:innen die Kommunikation von Unternehmen verändern“- von Klaus Eck und Winfried Ebner

Bildquelle: Raimund Verspohl/klauseck.de | unsplash.com

Haben Sie schon einmal daran gedacht, eine Influencerin oder einen Influencer in den Marketingplan Ihres Unternehmens miteinzuplanen? In diesem Blogbeitrag möchten wir Ihnen die Vorteile für Ihr KMU aufzeigen und hilfreiche Tipps zur Arbeit mit Micro-Influencerinnen und -Influencern geben.  

Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzen bereits zielgruppenspezifische Reichweiten von Influencerinnen und Influencer auf sozialen Medien als Teil der Marketing- und Content-Strategie. Es handelt sich hierbei um Influencerinnen und Influencer, die meist über Blogs, Instagram, YouTube oder Pinterest anhand von Produktempfehlungen und eigenen Erfahrungsberichten einen großen Einfluss auf das Konsumentenverhalten ausüben. Die Ziele einer Zusammenarbeit mit Influencerinnnen und Influencer aus Sicht der Unternehmen sind dabei meist Umsatzsteigerung, Erhöhung des Bekanntheitsgrades und Imageverbesserung. Doch welcher Typus von Influencerin und Influencer ist der effektivste für eine Kampagne, einem Produktlaunch oder der Präsentation einer bestimmten Dienstleistung? Können Sie als KMU bereits mit moderatem Budget Erfolge im Influencer Marketing erzielen? Und vor allem: Wie starten Sie die Form der Werbung? Lassen Sie uns gemeinsam einen Fahrplan aufstellen.

In der Nische liegt die Kraft

„Denken Sie „micro“, wenn Influencer-Marketing richtig gut werden soll “, unterstreicht das Content Marketing Institute von Gründer Joe Pulizzi, einem der renommiertesten Marketing-Experten in den USA, in zahlreichen Beiträgen. Als solche „kleinen“ Influencerinnen und Influencern werden rund 75 Prozent der Instagrammerinnen und Instagrammer bezeichnet, die ihre persönlichen Erfahrungen mit 1.000 bis zirka 10.000 Follower teilen. Diese Botschafterinnen und Botschafter verzichten häufig auf allgemeine Themen und spezialisieren sich in der Regel auf ganz spezifische Nischen, wie spezielle Mode, das Eltern-Sein, Schwerpunkte aus dem Bereich der Gesundheit oder die eigenen Erfahrungen mit Extremsportarten. Auf ihrem spezifischen Gebiet gelten sie als sehr glaubwürdig und können Themen bedienen, die eine bestimmte und fokussierte Zielgruppe erreichen. Mit ihren sogenannten Followerinnen und Followern haben sie meist eine sehr enge, freundschaftliche Bindung und interagieren häufig mit ihnen. Dadurch haben Micro-Influencerinnen und -Influencer eine enorm hohe Like- und Engagement-Rate.

Dies bedeutet somit, dass Influencerinnen und Influencer mit einer großen Community nicht zwingend die bessere Partner-Wahl für Ihr Unternehmen darstellen. Zwar ist eine hohe Anzahl an Followern positiv für die Reichweite, da eine breitgefächerte Zielgruppe angesprochen wird. Andererseits benötigen jedoch die meisten erklärungsbedürftigen Produkte keine übermäßige Werbung, sondern wollen vielmehr ein konkretes Zielpublikum erreichen. Masse bedeutet in vielen Fällen auch Streuverlust, da so unter anderem auch viele Personen mit Werbung bespielt werden, die kein Interesse an den Produkten haben. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich daher für „kleinere“ und kostengünstigere Influencerinnen und Influencer, die auf sich auf ein spezielles Themengebiet spezialisiert haben. Micro-Influencerinnen und -Influencer vereinfachen einen zielgruppenspezifischen Einstieg in diese Form des Marketings. Ihre Inhalte wie Blogbeiträgen oder Social Media-Postings geben Ihnen einen Indikator dafür, wie eine zukünftige Kooperation aussehen könnte. Dabei spielen die Übereinstimmung der Zielgruppe sowie der Werte des Unternehmens mit jenen der neuen Werbepartner eine maßgebliche Rolle.

Praxisbeispiel

Sie fragen sich jetzt wahrscheinlich, warum wenig Reichweite gut ist? Um dies besser zu verstehen, müssen Sie sich in Ihr Zielpublikum hineinversetzen. Sie haben beispielsweise ein nachhaltiges Modelabel auf den Markt gebracht, das es bis dato in dieser Form noch nicht gab. Betrachten Sie die Situation aus der Perspektive ihrer potenziellen Kundinnen und Kunden. Stellen Sie sich vor, sie als Käuferin oder Käufer treffen den Entschluss: „Ich kaufe nur noch nachhaltig ein!“. Sie setzen sich mit nachhaltigen Modelabels und Second Hand Läden auseinander, informieren sich bei Informationsabenden oder auf Veranstaltungen darüber und folgen natürlich auch auf den sozialen Medien Personen, die selbst vermehrt oder ausschließlich nachhaltige Mode kaufen. Dabei konzentrieren sie sich auf Informationen aus Österreich oder der DACH-Region, die Ihnen konkrete Tipps und Tricks sowie gezielte Kaufvorschläge geben.

Nach ein paar Monaten folgen Sie auf diversen sozialen Medien nachhaltigen Modebegeisterten, die ihre Erfahrungen mit Ihnen teilen und vertrauen diesen. Genau diese Personen haben über Blogs, Instagram, YouTube oder Pinterest anhand von Produktempfehlungen und eigenen Erfahrungsberichten einen großen Einfluss auf Ihr Konsumverhalten ausgeübt. Auf ihren diversen Kanälen haben sie ihr Wissen, die Vorteile sowie die Nachteile mit Ihnen geteilt. Vor Ihnen liegt gleichzeitig eine Broschüre aus Ihrem Briefkasten, die Sie über einen Shop mit nachhaltiger Mode informiert. Welches dieser vorgeschlagenen Geschäfte werden sie in den nächsten Tagen besuchen? Erfahrungsgemäß vertrauen Käuferinnen und Käufer in solchen Fällen eher der eigenen Nische und weniger der Werbung im Postkästchen.

Aller Anfang ist schwer

Haben Sie das ideale Gesicht für ihre Produkte oder Dienstleistungen gefunden haben, dann schreiben Sie dieser Person eine E-Mail oder greifen Sie zum Hörer und führen ein persönliches Telefongespräch.

Machen Sie sich keine Sorgen, falls Sie keine Antwort in Ihrem Postfach finden. Manchmal sind zwei oder drei Anläufe notwendig, um zu unterstreichen, dass Ihnen die Zusammenarbeit wichtig ist. Trauen Sie sich mit Influencerinnen und Influencern auf Augenhöhe zu sprechen, da sie ein gemeinsames Ziel verfolgen: Mehr Aufklärung anhand von Storytelling für ein bestimmtes Thema zu schaffen, um genau dieses Zielpublikum zu erreichen!

Über Geld spricht man nicht? Doch!

Wenn Sie im Marketing tätig sind oder viel mit Kommunikation zu tun haben, wissen Sie, dass es seine Zeit dauert, einen guten Blogbeitrag oder ein ansprechendes Posting zu erstellen. Die Liebe fürs Detail sowie ein zielgruppenspezifisches Netzwerk zeichnen eine gute Influencerin oder einen guten Influencer aus. Eine kostenlose Influencer-Kooperation als selbstverständlich zu sehen, ist daher nicht sehr fair! Wir empfehlen, die einzelnen Kooperationen persönlich zu besprechen, eventuell schon im Vorfeld nach einem Mediakit, einer digitalen Info-Mappe, die alle wichtigen Informationen für potenzielle Werbekunden enthält, auf der Webseite der Influencerin oder des Influencers Ausschau zu halten oder ganz einfach das Thema Geld offen anzusprechen. Offene Kommunikation von Anfang an, hilft Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und eine gute Bindung aufzubauen.

Qualität vor Quantität

Qualität ist alles! Die Verantwortung der Inhalte liegt jedoch nicht nur in den Händen der Influencerin oder des Influencers, sondern auch bei Ihnen. Wirksame Beiträge zu schaffen, bedarf einer guten Kommunikation und Beziehung der Kooperationspartner. Sobald Sie eine positive Antwort auf eine Anfrage zur Zusammenarbeit erhalten haben, ist es ratsam in einem persönlichen Gespräch oder per Videochat die zukünftige gemeinsame Arbeit und den erwarteten Output zu besprechen. Schlagen Sie konkrete Themen vor:  Ein gutes Briefing ist essenziell. Legen Sie während dieser Gespräche die Keywords und Schwerpunkte fest. Es muss außerdem klar definiert werden, welche Wörter oder Themen aufgrund der Unternehmensleitlinie nicht erwähnt werden dürfen. Geben Sie den Influencerinnen und Influencern trotzdem künstlerische Freiheit, damit sie der Kreativität freien Lauf lassen können. Zu häufig genannte Marken- oder Produktnamen machen kein gutes Bild. Auch bei werblichen Social Media-Beiträgen muss immer der zum Produkt passende Content im Mittelpunkt stehen, um von Followerinnen und Followern als vertrauenswürdige Empfehlung aufgefasst zu werden.

Bedenken Sie bei den Kooperationen mit Influencerinnen und Influencern außerdem, dass gemeinsame Ziele verfolgt werden, die auf folgenden Punkten basieren:

  • Aufmerksamkeit für das Thema schaffen
  • Mit dem Zielpublikum interagieren
  • Reichweite aufbauen
  • Schaffung von Kaufreizen bei einem Produkt oder einer Dienstleistung mit hohem Erklärungsbedarf.

Nutzen Sie die zielgruppenspezifische Reichweite und das Know how der Influencerinnen und Influencer, um mehrere unterschiedliche Social Media-Kanäle zu bespielen – und vergessen Sie nicht, die Inhalte auch über ihre Unternehmensseiten auf den sozialen Medien zu teilen. So schaffen Sie sich ein Netzwerk und erreichen zahlreiche potenzielle Kundinnen und Kunden, die Interesse an Ihrem Unternehmen und Ihren Produkten haben.

Bildquelle: unsplash.com

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Sie möchten eine Kooperation mit einer bekannten Persönlichkeit aus den sozialen Medien starten, wissen aber noch nicht, ob dies für Sie Sinn macht? In diesem Blogbeitrag wollen wir Sie an die Herkunft von Content Marketing in Verbindung mit Influencerinnen und Influencern vorsichtig heranführen und Ihnen einen ersten Überblick zum Thema verschaffen.

Die Marketingstrategien vieler österreichischer Unternehmen befinden sich zunehmend im Wandel. Produkte, Dienstleistungen sowie Plattformen werden auch durch die aktuelle Coronakrise noch mehr über unterschiedliche Soziale Medien beworben. Um Reichweite zu generieren und mehr Aufmerksamkeit für ein bestimmtes Thema zu schaffen, greifen zahlreiche Unternehmen zu bekannten Gesichtern mit vielen Followern und machen diese zu ihren Werbebotschafterinnen und Werbebotschaftern. Es handelt sich hierbei um Influencerinnen und Influencer, die meist über Blogs, Instagram, YouTube oder Pinterest anhand von Produktempfehlungen und eigenen Erfahrungsberichten einen großen Einfluss auf das Konsumentenverhalten ausüben. Das Netz wird – metaphorisch gesprochen – zum Lagerfeuer 2.0, an dem Follower zusammensitzen und die geteilten Inhalte jeden Tag mitverfolgen.

Neue Formen des Empfehlungsmarketing

Damit eine Produktplatzierung durch die starke Werbeüberflutung nicht automatisch vom Gehirn ausgeblendet wird, wurde die altbewährte Handelstaktik über Mundpropaganda neu interpretiert und mit einem Werbegesicht ausgestattet. Et voilà: Empfehlungsmarketing über Influencerinnen und Influencer wurde geschaffen!

Der Begriff Empfehlungsmarketing (engl. Word-of-Mouth-Marketing) ist eine Verkaufsmethode, die es eigentlich schon immer gab. In der Urzeit diente das Lagerfeuer insbesondere als Ort der Kommunikation. Hier fand der Erfahrungsaustausch am Ende des Tages statt. Persönliche Empfehlungen von bestehenden und relevanten Kontakten waren damals, wie auch heute, prägend.

Warum sind heutzutage Produktempfehlungen und Erfahrungsberichte mit Influencerinnen und Influencern so vorteilhaft? Sie sind deshalb so wichtig, da Ihre Inhalte in vielen Fällen massenhaft geteilt und dieser Einfluss für das Unternehmen genutzt werden kann. Im Gegenteil zum analogen Zeitalter, kann man über ein digitales Lagerfeuer die Konsumentinnen und Konsumenten in der Nische erreichen. Die Followerin oder der Follower sitzt nicht gezwungenermaßen mit allen an einem Lagerfeuer, sondern wählt sich gezielte Personen jeweils nach Interessen und aktueller Lebenslage aus und folgt diesen. Somit gelangen themenrelevante Inhalte an das richtige Zielpublikum. Der Streuverlust ist gering!

Den passenden Influencer finden

Um einen Überblick zu bekommen, welche Influencerinnen oder welche Influencer die eigene Marke am besten vertreten, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Passt diese Influencerin oder dieser Influencer zum Kommunikationsziel?
  • Gefällt der geteilte Inhalt der Influencerin oder des Influencers meiner Zielgruppe?
  • Entspricht die Audience der Meinungsbildnerin oder des Meinungsbildners meiner Marke?
  • Passen die Werte dieser Personen mit jenen des Unternehmens zusammen?
  • Kann diese Person eine authentische und persönliche Empfehlung für meine Marke abgeben?

Eine durchdachte Strategie

Eine große Falle, in die viele Unternehmen tappen, ist der Mangel an Authentizität. Leider wiederholen sich Werbebotschaften sehr oft. Daher hinterfragen immer mehr Followerinnen und Follower diese bezahlten Werbekooperationen. Fühlen sich nun zusätzlich die geteilten Inhalte nur noch wie „Copy and Paste“ Werbekampagnen an, wird schnell auf die „Entfolgen“-Taste gedrückt. Das Produkt wird automatisch mit einem negativen Beigeschmack im Unterbewusstsein gespeichert und verwandeln den gemütlichen Lagerfeuerplausch vielmehr in ein vernichtendes Feuer. Doch wie kann man diese Situation vermeiden?

Der Mehrwert und die Relevanz der Inhalte sind für Nutzerinnen und Nutzer Voraussetzung. Nur qualitativ hochwertige und nützliche Informationen lösen eine Welle an Weiterempfehlungen aus. Daher ist es ratsam, für die Inhalte und die Inhaltsplanung immer genügend Zeit einzuplanen und auf die Qualität zu achten. Der Kaufentscheidungsprozess ist komplex. Deshalb kann man auf der Suche nach Aufmerksamkeit nur Erfolge erzielen, wenn man durchdacht handelt. Durch unterschiedliche und passende Persönlichkeiten kann man dem Unternehmen Charakter verleihen sowie den Konsumentinnen und Konsumenten in Erinnerung bleiben. Gezielt mit Meinungsführerinnen und Meinungsführern zu kommunizieren, ergibt die Möglichkeit, Inhalte zielgruppenspezifisch zu verbreiten. Umso wichtiger ist es, das eigene Ziel nie aus den Augen zu verlieren!

Nur so kann man gemeinsam ein digitales Lagerfeuer schaffen, an dem sich die gewünschte Zielgruppe wohlfühlt, sich austauscht und die Tipps auch gerne weiterempfiehlt. Aus einem Nutzfeuer können plötzlich mehrere entstehen und für beide Seiten Vorteile schaffen. Eine Win-Win-Situation, die, wenn gut durchdacht, authentische und glaubwürdige Inhalte schafft.


Bildquelle: G-Stock - Adobe Stock
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